Island - Trekking

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Landschaftsbild vom Laugavegur Trail

Laugavegur

Der Laugavegur-Wanderweg in Island verdient definitiv weltweite Bekanntheit! Wandern in Laugavegur bietet Ihnen wirklich eine einmalige Erfahrung. Der Weg beginnt in Landmannalaugar im südlichen Hochland, mit wunderschönen bunten Bergen und unfassbarer Landschaft, und zieht sich bis in den Birkenwald und die leichte grüne Vegetation im Þórsmörk-Tal. Sie werden die ganze Zeit von wunderschöner Landschaft und geologischen Phänomenen umgeben sein. Wollen Sie die rohe, zerklüftete und wilde Landschaft des Hochlands in Island kennenlernen?

Ein paar Highlights sind: Ljótpollur, der Name bedeutet ‚hässliches Loch‘, aber der Pool gilt als einer der schönsten Kraterseen weltweit; der Berg Suðirnámur; das Laugahraun-Lavafeld und der Berg Brennisteinsalda, der bunteste Berg Islands; geothermale Wunderwelten mit dampfenden heißen Quellen; die Glasvulkan-Wüste in Hraftntinnusker und Álfavatn (Elfen See); Aussichten auf Gletscher und Vulkane um Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull; Markarfljótsgljúfur-Canyon; Aussichten auf den Berg Einhyrningur (Einhornberg); und schließlich endet der Weg in dem sanften Wald im wunderschönen Þórsmörk-Tal.

Landmannalaugar

Panoramabild aus Landmannalaugar

Heute beginnt die offizielle Wanderung auf dem Laugavegur. Da die Strecke nur knapp 12 km lang ist und es nachts sowieso nie richtig dunkel wird, lasse ich mir viel Zeit und starte erst gegen halb 12. Der Großteil der anderen Wanderer ist schon längst weg, als ich loslaufe und der Campingplatz wirkt ziemlich verlassen.

Ein Vorteil in Landmannalauguar zu starten ist, dass der steilste Anstieg direkt auf der ersten Etappe kommt, wenn man noch schön energiegeladen ist. Der Weg durch die scharfkantigen Lavabrocken von Laugahraun ist gut ausgebaut und ich komme ohne große Umwege voran. Schließlich erreiche ich das geothermale Gebiet am Brennisteinsalda und die große Schwefelquelle, die ich gestern nur von weitem gesehen habe.

Zum Glück ist das Wetter blendend und die Orientierung kein Problem. Bei schlechtem Wetter oder Nebel sicherlich ganz anders. Ohne verlässliche Navigation mit GPS-Gerät kommt man dann ganz schnell vom Weg ab und die schneebedeckten Hänge der Berge, die so flach aussehen, sind trügerisch. Immer wieder komme ich an Abbruchkanten und tiefen Spalten vorbei, an denen es mehrere Meter heruntergeht.

Langsam bleiben die rötlich-braunen Berge und die heißen Quellen zurück, die mich bisher von Landmannalaugar begleitet haben. Stattdessen breitet sich jetzt das Tal von Alvtavatn vor mir aus. Ein Anblick wie aus einem Fantasy-Film.

Álftavatn
Panoramabild mit Blick auf den Alvtavatn

Am frühen Abend komme ich am Campingplatz von Alvtavatn an. Die erste Furt vor der Hütte war viel harmloser, als ich gedacht habe, da der Wasserstand sehr niedrig war. Nach der langen Wanderung durch das märchenhafte, einsame Tal, ist der Platz aber eine ziemliche Enttäuschung. Die Zeltplätze am kahlen Seeufer wirken nicht gerade einladend. Außerdem habe ich gelesen, dass der Platz extrem windig ist.

Nach dem Frühstück geht es weiter. Zunächst noch über einen Fluss mit Brücke, danach über die bisher breiteste Furt über den Fluss Kaldaklofskvísl. Urgh… wer denkt sich eigentlich diese unausprechlichen Namen aus. Auch hier ist der Wasserstand wieder ziemlich niedrig. Die Strömung ist zwar ein bisschen stärker, aber wenn man langsam geht aber kein größeres Problem.

Irgendwie passt die lebensfeindliche Umgebung der eintönigen, schwarzen Aschewüste zu meinem heutigen Gemütszustand. Von Wandergenuss kann trotz der beeindruckenden Landschaft in diesem Moment nicht die Rede sein. Ich stapfe ohne groß nachzudenken wie auf Autopilot daher, mache wenig Pausen zum Fotografieren und hoffe eigentlich nur, dass ich bald da bin.

Aber die Strecke durch die Wüste zieht sich. Immer wenn ich die Anhöhe einer Düne erreiche und denke, das war es jetzt, folgt nur die nächste Senke und dann noch mehr Dünen. Außerdem muss ich noch zwei weitere Flüsse furten. Eigentlich keine Herausforderung, aber das Auf- und Abziehen des immer noch schweren Rucksacks macht heute noch viel weniger Spaß als sonst.

Þórsmörk

Panoramabild auf dem Weg nach Thorsmoerk

Und schon ist der letzte Tag auf dem Laugavegur-Trail da. Mein Kopfweh ist weg und mir geht es blendend. Wie bisher starte ich spät und fast alle anderen Wanderer sind schon auf dem Weg. Zunächst führt die Strecke in die steile Schlucht des Flusses Syðri-Emstruá. Auf der anderen Seite geht es etwas ausgesetzt wieder hinauf. An den Seiten ist der Weg mit einigen Drahtseilen gesichert, die aber eher der moralischen Unterstützung dienen.

Anschließend geht es durch eine leicht hügelige Landschaft. Ich treffe zwei andere deutsche Wanderer, Patrick und Jörg, die zufällige genau wie ich ehemalige Pfadfinder sind. Eigentlich wollten die beiden zum Kungsleden in Schweden, dank Corona sind sie jetzt aber auch in Island gelandet.

Wir laufen den Rest der Strecke zusammen. Schon von weitem sieht man jetzt das grün bewaldete Tal von Þórsmörk. Bevor wir da sind, steht aber noch eine letzte Flussüberquerung über die Þröngá an.

Nach der Furt ändert sich die Landschaft schlagartig. Das Tal von Þórsmörk ist nach den doch recht rauen Landschaften der letzten Tage eine wahre Oase. Wälder aus Zwergbirken, Wiesen und bunte Blumen prägen das Bild. Der Weg schlängelt sich durch das dichte Grün und zweigt schließlich nach Westen zu den Volcanoe Huts an, die sogar über ein eigenes Restaurant verfügen.